Den Sprung von der zweiten in die dritte Dimension haben Drucker bereits genommen – seine Gummiente kann man sich mit 3D-Druckern bereits ausdrucken. Jetzt aber arbeiten Wissenschaftler daran, irgendwann einmal auch menschliches Gewebe oder sogar Organe auf diese Weise herzustellen.
Paul Calvert von der University of Massachusetts Dartmouth hat gängige Tintenstrahldrucker so umfunktioniert, dass er damit Zellen drucken konnte. Die Tintenpatronen lud er mit Zellen; den Papiereinzug ersetzte er durch eine computergesteuerten Plattform, die die Probe unter der Spritzdüse plazierte. Wie Calvert in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins “Science” (Bd. 318, S. 208) berichtet, war er mit Einzellern wie Bakterien oder Hefezellen schon recht erfolgreich. Noch ist die Technik nicht ausgereift, aber Calvert blickt optimistisch in die Zukunft. Wenn es gelinge, den Druckkopf über eine Schicht von Zellen zu manövrieren und die nötigen Stoffe in der richtigen Reihenfolge zu drucken, sollte es möglich sein, dreidimensionale Körpergewebe wie Knochen, Bänder, Knorpel und Augen-Hornhäute zu erzeugen. Um ein funktionierendes Organ zu drucken, müsse man aber erst noch durchschauen, wie die Zellen miteinander kommunizierten.
Da muss ich doch einfach mal wieder das Motto dieses Blogs zitieren: “die Zukunft ist längst da – sie ist nur noch nicht so weit verbreitet” (William Gibson). Die passende Geschäftsidee: Organ-Print-Shops in jedem Krankenhaus!
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,511220,00.html

