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Archive for Juni, 2008

Canon-Studie bescheinigt web-to-print bis 2010 ein Umsatzwachstum von 264%

laut einer Studie von Canon Europe, die von InfoTrends durchgeführt wurde, ist in den nächsten Jahren mit einem rasanten Wachstum des web-to-print-Markets zu rechnen. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Web-to-Print-Installationen nehmen in den nächsten fünf Jahren um 68% zu
  • Der Umsatz steigt bis 2010 um 264% und erreicht einen Wert von über 10,5 Milliarden Euro
  • Ein Viertel der Druckfachleute sind unsicher über die Möglichkeiten, die „Web-to-Print” bieten kann
  • Die europäische Druckindustrie unterteilt sich in ehrgeizige Internet-kenner und diejenigen, die webbasierte Technologien ablehnen
  • In ca. 5 Jahren wird etwa die Hälfte aller Druckereien über web-to-print-Lösungen verfügen

Druckereien, die bereits über web-to-print-Systeme verfügen, wickeln damit aktuell ca. 14% ihres Auftragsvolumens ab und rechnen in den kommenden Jahren mit deutlichen Steigerungen. Dabei ist zu beachten, dass hier meist nur die Grundfunktionen von web-to-print angeboten werden, d.h in der Regel nur die reine Übermittlung von Druckdaten. Dass web-to-print aber eine weitaus größere Spanne an Geschäftsmodellen bietet, scheinen europäische Druckereien noch nicht erkannt zu haben.  So verfügt nur etwa ein Viertel aller Druckereien mit web-to-print-Lösungen über eine automatisierte Angebotserstellung oder nutzen die Lösung gar für integrierte Marketingkampagnen. Das könnte u.U. daran liegen, dass die Definition von web-to-print sehr unterschiedlich ist. Die Bandbreite der Definitionen reicht vom reinen Daten- und Auftragsannahme-System über das Bestellportal bis hin zu Markenführungs- und Produktionskontroll-Werkzeugen. Alle Lösungen haben aber eins gemeinsam: sie nutzen das Internet als technische Kommunikationsplattform. Wenn sich also ein Viertel aller Druckfachleute unsicher über die Möglichkeiten ist, die web-to-print bietet, dann liegt genau hier auch die Chance, durch intelligente Unternehmensstrategien neue Märkte zu erschließen. Web-to-print ist leidglich ein Werkzeug wie etwa der LKW mit Ladebühne, mit dem der Spediteur nun schneller auf – und abladen kann. Was man aus diesem Werkzeug macht, darüber entscheidet dann die Unternehmensstrategie.

Quellen:
http://www.canon.de/About_Us/News/Solutions_Business_News
/solutions/web2print_studie.asp

www.desktop-dialog – 6-2008, S. 10-11

Steve Ballmer: in zehn Jahren gibt es keine Printmedien mehr

Microsoft-Chef Steve Ballmer gibt Printmedien nur noch ca. 10 Jahre - danach werde es sie nicht mehr geben, der Medienkonsum erfolge dann rein über IP-Netzerke. Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen der IBM-Studie, über die ich neulich berichtet habe. In dieser Studie wird davon ausgegangen, dass die klassischen Werbekanäle bis zum Jahr 2012 ihre Vorherrschaft verlieren und die Menschen sich dann vollends den individualisierten Angeboten der digitalen Medien zugewandt haben. Unterstützt wird Ballmers These auch durch Äußerungen des Amazon-Gründers Jeff Bezos. Jeff Bezos in der “Sydney Morning Herald” sinngemäß: Amazons elektronischer Buchersatz, das E-Lesegerät Kindle ist erfolgreicher als angenommen und beginnt, den Buchmarkt zu beeinflussen. Es sei erstmals festzustellen, dass Kindle sich auf konkrete Buchverkäufe auswirke. Inzwischen werden 6 Prozent aller Bücher als E-Books verkauft, so Ballmer.

Angesichts der Häufung solcher Aussagen sollte die Printindustrie doch endlich anfangen, die aktuellen Entwicklungen ernst zu nehmen und über neue Geschäftsfelder nachdenken, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Solange es Print noch gibt, könnte sich die Printindustrie ja genau diese Entwicklungen für das eigene Marketing und eigene neue Geschäftsideen zunutze machen. So würde sie wertvolle Erfahrungen gewinnen, die dem wohl eines Tages notwendigen Komplett-Umstieg auf digitale Medien den Boden bereiten können.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,558088,00.html