das Thema ist in aller Munde: Überallgeräte wie Tablets, iPads, Smartphones können und werden das Zeitungslesen revolutionieren und zu neuen Geschäftsmodelle im journalistischen Angebot führen. Dass es nicht reicht, einfach nur alte Produkte auf neue Vertriebswege zu übertragen, zeigt Spiegel-Online-Autor Konrad Lischka deutlich auf. Wenn die New-York-Times-Managerin Jennifer Brook bei der Präsentation der iPad-Anwendung ihrer Zeitung sagt: “Ich denke, wir haben die Essenz des Zeitungslesens erfasst”, dann greift dieser Satz für Konrad Lischka zu kurz. Er verweist darauf, dass in mobilen Endgeräten
- die alten Mediengrenzen (soweit es sie noch gibt) zerfließen und ineiander übergehen
- die kostenpflichtigen Angebote nicht länger von Medienunternehmen, sondern vom Kunden selbst betrieben werden
Eine kreative Umsetzung dieser Tendenzen findet man bei der iPad-Anwendung der US-Baseballliga MLB. Hier kann man zwischen mehreren Videos und Audioübertragungen von Spielen wechseln, währenddessen Statistiken zu einzelnen Spielern aufrufen, die Spielhistorie des Hitters und Pitchers vergleichen und in einer Fülle kurzweilig aufbereiteter Daten wühlen, die für das aktuelle Spiel interessant sind. Journalismus ist hier nicht länger nur Text – es gilt vielmehr Text und Video, Illustrationen und Interaktion, Usability und User Experience zu neuen, mehrwertigen Darstellungsformen zu verbinden.
Die Essenz der Zeitung ist guter Journalismus. Wie er auf Überallgeräten wie dem iPad funktionieren kann, ist eine drängende Frage – die mindestens genauso wichtig ist wie die Frage nach Vertriebserlösen.
Quelle: Spiegel-Online

