wie weit aktuelle Veränderungen der Medienlandschaft gehen zeigt die neueste Entwicklung der US-Firma StatSheet. Nun soll er Wirklichkeit werden, der automatische virtuelle Reporter und den menschlichen ablösen. Noch diesen Sommer will StatSheet ein Programm zu veröffentlichen, das automatisch Spielberichte zu College-Basketballspielen schreibt. Das Programm wertet Statistiken aus und formuliert auf Basis von Textbausteinen komplette Reportagen. Gerade die Sport-Berichterstattung eignet sich hervorragend für die Erprobung solcher Ansätze, denn der Sport-Journalismus bedient sich einer weitreichend standardisierten Sprache und ist auf Zahlen und Ergebnisse ausgerichtet. Später soll die automatische Berichterstattung auf nationale Wettkämpfe ausgedehnt werden.
Robie Allen, der Gründer von StatSheet betont, es sei nicht seine Absicht, menschliche Sportreporter zu ersetzen. Er wolle vielmehr Sportreportagen durch noch mehr Zahlen anreichern und Wettkämpfe covern, für die keine menschlichen Reporter zur Verfügung stehen. Es ist allerdings nur zu klar, das Medienunternehmen sich das Einsparpotential solcher Lösungen nicht entgehen lassen werden.
ReadWriteWeb berichtet, dass ein anderes ähnliches Programm mit dem Namen StatsMonkey erstaunlich gute Texte abliefere. StatSheet verspricht, dass 90 Prozent der Leser die automatisiert erstellten Texte nicht von denen menschlicher Reporter unterscheiden können. Es sei sogar denkbar, dass der Leser die Tonalität des Berichts wählen könne, also z.B. eher einen reißerischen Artikel mit “over the top”-Formulierungen oder eher einen zurückhaltenden, eher sachlichen Bericht.
Die Zukunft ist also tatsächlich schon da und dringt in unser Alltagsleben – die Folgen für den Journalismus sind gravierend und werden nicht nur auf die Sportberichterstattung beschränkt bleiben. Es bieten sich noch etliche weitere Felder an, auf denen der automatische Reporter den menschlichen ersetzen kann, z.B. Polizeiberichte, Service-Themen, Lifestyle-Berichterstattung und vielleicht – ja vielleicht ist dieser Bericht hier ja auch gar nicht von mir sondern von meinem virtuellen Pendant geschrieben
Quelle: Meedia

