es war ja irgendwie klar und nur eine Frage der Zeit. PricewaterhouseCoopers prognostiziert, dass in 2011 das Internet die Zeitungen und das Fernsehen als führendes Werbemedium ablöst. Laut PwC hat die Wirtschaftskrise den Siegeszug der Onlinewerbung erheblich beschleunigt. Gestützt wird diese Entwicklung auch durch das mobile Internet, dass zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für die deutsche Medienbranche erwartet PwC bis 2014 ein durchschittliches Wachstum von 3,6 Prozent Gesamtumsatz pro Jahr. Das laufende Jahr schließt die Branche mit einem Umsatzplus von 2,6 Prozent ab.
damit ist der Online-Werbemarkt auf insgesamt 4,1 Milliarden Euro gewachsen – das geht aus einer Erhebung durch den Online-Vermarkterkereis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hervor. Interessant für die Druckindustrie: mit einem Anteil von 16,5 Prozent am Werbemarkt überholt das Internet die Publikumszeitschriften erstmals und dies sehr deutlich. Das Internet ist damit hinter den klassischen Gattungen TV und Zeitung drittstärkstes Werbemedium in Deutschland. Eine Entwicklung, die sicher vorauszusehen war.
Ein wunderschönes Beispiel dafür, wie sich eine Augmented Reality Anwendung über social communities verbreitet, dabei den klassischen Medien den Rang abläuft und jenseits aller kommerziellen Absichten genau eben das Business ankurbelt ist die AR Business Card von James Alliban. Durchaus ironisch gemeint hat er vor wenigen Wochen dieses Video auf Vimeo eingestellt und inzwischen mehr als eine Viertel-Million Aufrufe zu verzeichen. Sein blog hatte in den letzten Wochen mehr als 45.000 hits und James Alliban kann sich vor Projektanfragen kaum retten: Entwicklung von AR-Anwendungen, Interviews, Artikel, Tutorials, Bücher – all das wird an ihn herangetragen. Es fasziniert, wie hier social media zum Vehikel wird und eine nicht kommerzielle Arbeit in kommerzielle Aufträge münden lässt – und das in einer Reichweite, die mit der Printversion einer VK niemals zu erreichen wäre. James Alliban jedenfalls ist überrrascht und hoch erfreut über diese Entwicklung. Sein Ziel: AR-Anwendungen nicht nur in seiner Freizeit zu entwickeln sondern in seiner Agentur Skive eine AR-Abteilung zu etablieren. Einen entscheidenden Schritt dorthin hat er getan – drücken wir ihm die Daumen!
FREE (full book) by Chris Anderson
So werden heute Bücher vermarktet: Das neue Buch von Chris Anderson mit dem Titel “Free – The Future of a Radical Price” kann diese Woche kostenfrei als EBook für den Amazon-Kindle und das iPhone heruntergeladen werden – das nennt man konsequent. Aber Achtung: diese freien Testversionen gibt es nur einen Monat lang kostenfrei. Keine Lust zum Lesen am Monitor – dann einfach hier das kostenfreie Hörbuch runterladen. und bequem über den MP3-Player anhören. Das gedruckte Buch ist Euch doch lieber? Dann bestellt es doch einfach bei Amazon oder dem Buchhändler Eures Vertrauens. Günstiger wird´s natürlich mit der Taschenbuchausgabe. Das Hörbuch kann man übrigens für 7,49 USD bei Audible bestellen. Kostenfrei ist da nur die 6-Stunden-Version. Und um die Verwirrung komplett zu machen: wer weniger Zeit aufbringen will, der greife doch einfach zur 3-Stunden-Version – die kostet dann aber was – alles klar?
Quellen: best-practice-business und Wired
Wie BITCOM meldet, wächst der Markt für Online-Werbung trotz Wirtschaftskrise weiter. Im Jahr 2008 wurden 29 Prozent mehr Banner, Pop-ups, gesponserte Webseiten oder kurze Filme (Streaming Ads) geschaltet als im Jahr 2007. Das entspricht einem Wert von 1,3 Milliarden Euro. Damit baut das Internet seinen Anteil am Werbemarkt weiter aus. Selbst im krisengeschüttelten vierten Quartal 2008 wuchs der Markt der Online-Werbung noch um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Sogar die unter Druck geratenen Autobauer sparen hier nicht. Diese Entwicklung zeigt deutlich die enorme Bedeutung des Internets für das Marketing. Von Vorteil ist in diesem Medium vor allem auch die Möglichkeit, die Zielgruppen sehr genau zu erreichen – so Achim Berg, Vizepräsident der BITCOM.
Unter dem Titel “Customization of Content and Advertisements in Publications” wurde Google am 08.11.2007 ein Patent zugeteilt, dass die Publishing-Welt revolutionieren wird. Mit dem Google-Magazine erhält der User die Möglichkeit, eigene Print- oder Online-Publikationen aus ausgewählten Online-Quellen zu erstellen – natürlich “garniert” mit darauf abgestimmter Werbung. Ein automatisches Vorschlagswesen für passende Inhalte und gewonnen aus der User-Historie, soll dabei Hilfe leisten. Durch Monitoringfunktionen können Inhalte aber auch automatisch hinzugefügt werden, wobei die Updatefrequenz vom User frei bestimmt werden kann.
Bernhard Jodeleit: “Hinter dem Patent dürfte der Plan stecken, dass Nutzer künftig ihre persönlichen Print-Publikationen nicht nur per E-Mail, RSS oder Web erhalten. Sondern auch per Post, Zeitungszusteller, oder einfach, indem sie die maßgeschneiderte Publikation selbst ausdrucken. Nicht unbedingt zu Hause am eigenen Drucker, sondern gerne auch am “Google Kiosk” am nächsten Straßeneck, im Einkaufszentrum, an der U-Bahn-Haltestelle. Mit Content, der zu ihrem persönlichen Profil passt. Und Anzeigen, die das auch tun. Einfach einen RFID-Chip oder einen Barcode dem vollautomatischen Kiosksystem präsentieren – und voilà, bitteschön, Ihr persönliches “Google Magazine” für heute fällt aus dem Ausgabeschacht.”
Google hat bereits angefangen, seine Dienste auf Kiosksysteme auszuweiten. Gilbarco meldet dazu: “Consumers can now display maps, find local listings, and even print driving directions and money-saving coupons from Gilbarco’s Encore® dispensers with color screens and the Applause™ media system. The live internet connection means all information is in real time. The Gilbarco® Applause™ media system is the first content management system that uses Google’s world-class open content infrastructure to deliver valuable information at the pump.”
Der Weg, den Google hier einschlägt, ist nur konseqauent und dürfte die Publishingwelt revolutionieren. Nicht nur die Art, wie der normale Verbraucher seine Publikationen erstellt, sondern auch die Art wie Firmen oder Verlage ihre Kundenpublikationen zusammenstellen und ausgeben, verändert sich damit elementar.
Mit CreateSpace ermöglicht Amazon erstmals Autoren, Filmemachern und Musikern die Selbstverbreitung ihrer Medien (Bücher, Audio-CDs, DVDs, Blue-Ray-Medien, Video-Downloads) an Millionen von Kunden weltweit zu selbst festgelegten Preisen. Die Autoren (Open Publisher) können auf die gesamte Infrastruktur von Amazon zurückgreifen. so dass z.B. der Versand von On-Demand-Büchern automatisch innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Bestellung erfolgt. On-Demand-Bücher sind automatisch berechtigt, an den Diensten Search Inside!, Amazon Prime, Super Saver Shipping und weiteren Programmen selbst teilzunehmen.
Amazon selbst verlangt keine Einrichtungsgebühren. Damit ist CreateSpace sozusagen das Spreadshirt für Medieninhalte jeglicher Art.
Mit Amazon öffnet sich nun erstmals eines der größten Vertriebsnetzwerke weltweit, ein klassischer E-Commerce-Player, für die Wertschöpfung in Netzwerken oder Open Entrepeneurship. Für Amazon ist dies sicherlich sinnvoll. So sichert sich das Unternehmen Zugang zu Medieninhalten einer großen Zahl von Medienschaffenden und vergrößert zugleich als Produzent der Medien seine Marge gegenüber seiner Funktion als Händler enorm.
Bereits 2001 eröffnete die Consultec AG das erste deutsche Sendezentrum für digitales Marketing. Über die Consultec-Zentrale können Unternehmen bundesweit Werbespots an Out-Of-Home-Medien wie digitale Plakate und Sauerweinsäulen (Litfaßsäulen mit Video und Sound) ausstrahlen. Die multimedialen Werbeflächen sollen herkömmliche Plakate ablösen. Derselbe Spot kann durchgängig im Fernsehen, in der Außenwerbung und am Point of Sale, also am Verkaufstresen eingesetzt werden und durch flexibler Beimischung von Medienelementen wie z.B. Textbändern ergänzt werden. Die Vorteile dieser Lösungen, die unter dem Begriff digital signature zusammengefasst werden sind dieselben wie immer, stellt man Digital- und Printmedien gegenüber:
Werbung kann lokal und zielgruppenspezifisch gesteuert werden
Werbung ist stets aktuell. So können Handelsketten Sonderangebote tages- oder sogar minutenaktuell in alle Filialen senden
out-of-home-Medien sorgen für eine starke Durchdringung der Werbebotschaft an Bushaltestellen, auf Flughäfen, auf dem Weg zur Arbeit…und unterstützen damit die klassischen Medien wie Print und TV
Eckhard Reimann dazu: “Das ist der große Vorteil der Out-of-Home-Medien, sie erreichen die Menschen nämlich dort, wo sie tagsüber sind: unterwegs. Sie füllen die Lücke, die durch die zunehmende Mobilität und das begrenzte Zeitbudget gerade der besser verdienenden und besser gebildeten mobilen Menschen in der Mediennutzung entsteht. Sie liefern in kurzer Zeit eine hohe Kontaktzahl, verstärken die Lerneffekte, indem sie die Markenwelten aus den TV-Spots des Vorabends aufnehmen und tagsüber in den Köpfen der Konsumenten verankern. Out-of-Home-Medien verknüpfen somit die In-Home-Werbung mit dem POS, steigern die Visibility der Marke und laden sie positiv auf. Sie sind das Medium für die mobile Gesellschaft.”
Noch weiter geht die Durchdringung dann, wenn Handys die Werbe-Inhalte steuern. So lassen sich etwa weiterführende Informationen aufrufen, die Webseite eines Anbieters ansteuern oder sogar Bestellungen tätigen. Siehe dazu meinen Beitrag: Point & Click – 2D-Barcodes vernetzen die physikalische mit der digitalen Welt.
Die Online- Werbung wächst weiter in atemberaubenden Tempo – zu diesem Fazit kommt der aktuelle Report des Online-Vermarktungskreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Mit den frisch veröffentlichten Zahlen korrigieren die OVK-Experten ihre im Frühjahr getroffene Prognose um rund 180 Millionen Euro nach oben. Der OVK-Vorsitzende Paul Mudter blickt deshalb zuversichtlich nach vorn: “Alle Vorzeichen deuten derzeit auf ein anhaltendes und überdurchschnittliches Wachstum der Branche.”
Google baut in den USA sein Werbegeschäft für den traditionellen Zeitungsmarkt aus. Über das “Print Ads”-Programm des Internetkonzerns werden Inserenten künftig Annoncen in 225 Zeitungen aufgeben können, darunter so bekannte Blätter wie die New York Times und die Washington Post. Mit dem neuen Service wollen Google und die Verlage neben Werbeagenturen auch Internetnutzer anzusprechen, die normalerweise nicht in den traditionellen Medien inserieren. Zudem werden Lokalzeitungen durch den Dienst möglicherweise auch Werbekunden gewinnen, die nicht aus dem eigenen Einzugsgebiet stammen, erklärte Google.
Auch Yahoo! baute seine Zusammenarbeit mit Verlagen im Anzeigengeschäft weiter aus. Das Programm des Google-Rivalen deckt nun mit 400 Zeitungen mehr als doppelt so viele Publikationen ab wie zuvor. Im Gegensatz zu “Print Ads” zielt das Yahoo!-Programm aber auf Verlage ab, die die Werbeflächen auf ihren Internetseiten verkaufen wollen. Zu diesem Zweck bietet Google ebenfalls ein Programm an.
Quelle: http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=69472