ab März kommt der neue E-Book-Reader PRS-505 von Sony in Deutschland auf den Markt. Das Gerät wird für knapp 300 Euro über den Buchhandel vertrieben – bei Libri kann man es bereits vorbestellen. Damit eröffnet Sony überraschend den Wettbwerb gegenüber Amazon, dessen Kindle bislang immer noch nicht in Europa verfügbar ist. Der Speicher soll rund 160 Bücher vorrätig halten und ist über SD-Karten um weitere 16 GB erweiterbar. Das bevorzugte Datenformat ist ddas EPUB-Format, das wiederum auf XML basiert. Aber auch Word-Docs. PDF- , Text- und RTF, MP3 und AAC sowie JPG, GIF, PNG und BMP sollen wiedergegeben bzw. angezeigt werden können. Ausgeliefert wird der Reader mit einigen bereits vorinstallierten Schmökern – das Angebot an E-Books wird zum Verkaufsstart einige Tausend Titel umfassen und laut Sony kontinuierlich ausgebaut.
Amazon Kindle und Sony Reader haben es nun mit einem weiteren Mitbewerber auf dem Markt der electronic reading devices zu tun: Plastic Logic präsentierte kürzlich ein Display, das aufgrund seiner Größe und Biegsamkeit in der Lage ist, elektronische Zeitungen darzustellen. Befüllt wird das Display über Kabel oder drahtlos. Es stellt Word, Excel, Powerpoint und PDF-Dateien dar und wird mittels Gesten bedient. Als Starttermin für die Fertigung, die übrigens in der Nähe von Dresden erfolgen wird, ist das erste Halbjahr 2009 geplant.
Quellen: http://www.plasticlogic.com/ http://www.beyondprint.de/site/content/de/channel_news/news_0419.html
unter dem Namen News4me entwickeln Forscher der Deutschen Telekom Laboratories und der TU Berlin zur Zeit eine individuelle elektronische Zeitung für die mobile Nutzung. Komplette Ausgaben oder einzelne Rubriken aus unterschiedlichen Zeitungen können abonniert und dann zum mobilen Endgerät übertragen werden. Inhalte und Layout werden entsprechend des individuellen Leseverhaltens kontinuierlich angepasst. Die Topthemen aus Wirtschaft, Politik und Sport werden aber stets mitgeliefert.
“Unser Anspruch ist es, jedem Leser die Nachrichten zu liefern, die seinem persönlichen aktuellen Interesse entsprechen. Wir wollen dem Leser eine individuelle Artikelauswahl aus verschiedenen abonnierten Zeitungen auf einem mobilen Gerät mit großem Bildschirm liefern”, erläutert Techniker Dávid Kapitáni das Forschungsziel im Gespräch mit pressetext.”
Die vertraute Form der Printprodukte soll beibehalten werden. Das Display des Lesegeräts soll in etwa die Größe einer Zeitung erhalten.
Wär ja gelacht, wenn ein blog über print nicht auch gedruckt wird. Endlich ist es soweit – meinen blog gibt es jetzt auch als echte Zeitung, die man in die Hand nehmen kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und im Alltag überaus nützlich: ob als Papierflugzeug, fish and chips Tüte oder Sonnenhut – für Zeitungen wie diese findet sich doch immer eine nützliche Verwendung. Also lasst Eurer Kreativität freien Lauf!
OLED-Displays (Organic Light Emitting Diode) werden immer dünner. Sony hat jetzt das dünnste Display vorgestellt, das bislang entwickelt wurde. Vorgestellt wurde der Prototyp auf der Fachmesse Display 2008. Es ist nicht mal ein Fünftelmillimeter dick, hat 3,5 Zoll in der Diagonale und bietet QVGA-Auflösung. Das tragende Glassubstrat wurde auf unter 0,2 Millimeter Dicke heruntergeschraubt. Zum Vergleich: die heute üblichen OLEDs sind meist 1-2 mm dick, was schon weitaus dünner ist, als die gängigen LCDs. Im Gegensatz zu LCDs brauchen die OLEDs keine Hintergrundbeleuchtung, was sie deutlich dünner macht. Außerdem brauchen sie weniger Strom, können schnelle Bewegungen gut wiedergeben und die Kontrastwerte und die satten Farben können sich auch sehen lassen. Viele große Hersteller sehen deshalb OLEDs als designierte Nachfolger von LCDs. Samsung etwa will 2009 den Massenmarkt für OLEDs einläuten und bis 2010 auch biegsame Displays auf den Markt bringen. Auch wenn viele bei OLEDs zunächst an den Einsatz in Fernsehern denken – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Dem intelligenten, interaktivem Papier sind wir mit diesen Entwicklungen wieder einen Schritt näher gekommen.
über die Vernetzung von analoger und digitaler Welt mit Hilfe von QR-Codes hatte ich ja schon berichtet. In Japan fest verankert, werden die QR-Codes auch in Deutschland immer mehr Bestandteil der Werbung. Jetzt gibt es eine neue Variante, die es erlaubt, Sprachnachrichten vom Papier auf das Handy zu übermitteln. Entwickelt wurde der Voice QR von einem Konsortium unter Federführung der Fa. MediaSeek, einer Tochter der Spielzeugfirma Bandai. Wie das geht? Man richtet sein Handy auf den gedruckten QR-Code und prompt ertönt aus dem Handy-Lautsprecher eine Sprachnachricht. Die Sprachnachricht ist maximal 2 Sekunden lang, was aber immerhin für die erfreuliche Nachricht reicht: “Du bekommst eine Gehaltserhöhung!” Das Limit von 2 Sekunden ergibt sich aus dem Speicherplatz des QR Codes, der maximal 2.953 Zeichen umfasst. Ob sich mit solchen Kurznachrichten ein Massenmarkt erobern lässt, darf wohl bezweifelt werden. Hinzu kommt eine weitere Hürde: um diese Nachricht auf das Handy zu übermitteln, muss eine spezielle Software installiert werden.
Der Trend zur Papierlosigkeit ist kaum mehr aufzuhalten. In seinem Blog www.medienkovergenz.com beschreibt Andreas Göldi sehr anschaulich, wie er sich in den letzten Jahren vom Papier als Informationsmedium verabschiedet hat – nicht bewusst, sondern in einem schleichenden Prozess, der ihn im Nachhinein selbst überrascht:
Als ich neulich die Koffer für die übliche weihnachtliche Verwandtenbesuch-Rundreise packte, fiel mir plötzlich etwas auf: Ich packte keine papierbasierten Informationsträger ein. Gar keine. Null.
Bücher werden durch den eBook-Reader ersetzt, News liest man über den RSS-Reader auf dem iPhone, Informationen recherchiert man im Internet und Abos für die Printausgaben von Zeitschriften werden nicht weiter verlängert.
Ich glaube, dass wir durch die Summe von technischen Neuerungen in den letzten paar Jahren (grössere PC-Screens, RSS, Smartphones mit grossen Displays, allerlei Internet-Devices, vernünftige eBook-Reader usw.) an einem Punkt angekommen sind, wo physische Informationsträger plötzlich den digitalen Medien deutlich unterlegen sind. Natürlich gibt es noch viel zu tun, aber der Trend ist eindeutig.
Interessant ist, dass Andreas Göldi dabei – wie wir wohl alle – eher mehr liest und sogar meint, inzwischen auf screens länger und konzentrierter zu lesen, als auf Papier. Eine ähnliche Entwicklung habe ich auch bei mir selbst festgestellt. Man mag sich einfach nicht mehr mit diesen unverlinkten Papierbergen herumschlagen, die zudem noch Informationen enthalten, die man jetzt gar nicht sucht. Für uns mag diese Entwicklung noch überraschend sein – für die Jugendlichen ist sie längst Alltag.
Nun haben es Entwickler geschafft: flexible Displays, die aussehen wie Papier, ebenso dünn sind, sich aufrollen lassen und unterwegs einfach mal schnell im Gehäuse verschwinden sind nicht länger Science-Fiction. Das Radius eBook-Handy wird noch diesen Sommer erscheinen und damit zum Pionier der erwarteten ePaper-Gadgets. Die Firma Polymer Vision, ein Ableger von Philips, stellte bereits vor zwei Jahren den Prototypen dieser Kreuzung aus ePaper und Handy vor – nun wird es in Serie produziert. Der Readius hat in etwas die Größe eines normalen Handys. Der Bildschirm ist um das Gehäuse gelegt und lässt sich mit einer Diagonalen von fast 13 cm zu einer stattlichen Größe aufklappen, die das Lesen angenehm macht. Ein großer Vorteil ist der geringe Stromverbrauch. Der soll 10 – 30 mal niedriger sein als bei herkömmlichen TFT-Displays und damit ausschlaggebend für die hervorragende Akku-Laufzeit. Noch ist das Display mit eher geringen Auflösungen ausgestattet und kommt in schlichtem Schwarz-Weiss daher – an Farbdisplays mit höheren Auflösungen wird aber bereits gearbeitet. Welche Auswirkungen solche Entwicklungen auf die Druckindustrie haben, kann sich wohl jeder selbst ausmalen.