agma, die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V., hat heute die Reichweiten der ma 2012 Pressemedien I veröffentlicht. Danach ist die Zeitschriften-Nutzung trotz Internet nach wie vor auf konstant hohem Niveau und hat sich gegenüber dem Vorjahr so gut wie gar nicht verändert. M.a.W. 92,7 Prozent der über 14-Jährigen und damit rund 65,2 Millionen Leser in dieser Gesamtzielgruppe lesen Magazine. Ein erstaunliches Ergebnis
Das ist neu: eine Tageszeitung, die weder im Internet noch in gedruckter Form erscheinen wird, sondern ausschließlich auf Tablet-PCs wie dem iPad und ähnlichen Geräten. Steve Jobs und Rupert Murdoch beabsichtigen, eine solche Tageszeitung herauszubringen. Sie soll “Daily” heißen, 99 Cent pro Woche kosten und Anfang Januar 2011 erscheinen. Laut Murdoch arbeiten bereits 100 Journalisten an dem Projekt. Das Projekt richtet sich insbesondere gegen Google, das durch Inhalte der Medienkonzerne groß geworden ist. Jobs und Murdoch setzen dem einen neuen Vertriebsweg entgegen, in dem Inhalte auch im digitalen Zeitalter kostenpflichtig vertrieben werden und das über die größte geschlossene Vertriebsplattform (iTunes), die es derzeit gibt.
Amazon hat die Umsatzbeteiligung für Verlage neu festgelegt, die ihre Zeitungen und Zeitschriften über Kindle oder andere eReader anbieten. Die Verlage erhalten jetzt 70 Prozent der Einnahmen, die Amazon über den Vertrieb ihrer Inhalte für den Kindle oder andere eReader erzielt. Bislang war die Erlösverteilung umgekehrt. Amazon behielt 70 Prozent der Erlöse ein. Die neue Umsatzverteilung tritt ab 1.12.2010 in Kraft. Gleichzeitig kündigt Amazon ein Publishing-Tool an, das den Verlegern das Hinzufügen von Magazinen zum Kindle Store erleichtern soll
Quelle: internetworld
wie allgemein bekannt sieht Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner in Tablets wie dem iPad die Zeitung der Zukunft und er wird mal wieder recht haben. Bislang allerdings verwehrte Apple den Verlegern den direkten Kontakt zu seinen Kunden. Das soll sich nun ändern. Apple wird demnächst ein Abo-Modell für Zeitschriften und Zeitungen anbieten und die Verlage dürfen dann direkt mit den App-Käufern in Kontakt treten. Im Gegenzug dazu fließen 30 Prozent der Einnahmen und 40 Prozent der Werbe-Einnahmen an Apple – was für ein Geschäft!
Quelle: justapps
in den USA wird die Zielgruppe der unter 30-jährigen durch Printausgaben von Zeitungen nicht mehr erreicht – in Deutschland versucht sich der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V.) gegen diese Entwicklung zu stemmen. Beim Jahreskongress der Organisation am 21. September 2010 wurde einhellig beschlossen, das Engagement für junge Zielgruppen zur zentralen Aufgabe zu machen. Zu diesem Zweck wurde eigens die Gesellschaft “Jule – Initiative junge Leser GmbH) gegründet, die vor allem als Netzwerk und Wissensdatenbank zum Thema Kinder- und Jugendangebote der Zeitungen konzipiert ist. Ziel der Gesellschaft ist die Identifizierung effizienter Maßnahmen zur Gewinnung junger Leser.
Hans-Georg Schnücker (BDZV-Vizepräsident) angesichts der rückläufigen Zeitungsreichweiten bei jungen Lesern:
“Angesichts der Vielzahl und Verfügbarkeit unterschiedlichster Medien werden Kinder und Jugendliche nicht mehr automatisch zu Zeitungslesern. Wir müssen sie erst durch unser Medium gewinnen.”
Wie verschiedene Studien aus dem In- und Ausland belegen – so Schnücker – erbringen Zeitungslesende Kinder und Jugendlichen bessere Leistungen in Schule und Beruf als ihre nicht-lesenden Altersgenossen. Außerdem steigere die regelmäßige Zeitungslektüre die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen später auch als Erwachsene Zeitungen lesen werden.
OK – das Thema geistert schon einige Zeit durch das Netz. Gerade deshalb will ich es hier mal aufgreifen. Der Spiegel bezeichnet es als kleine Medienrevolution: das kostenlose iPad-App Flipboard. Das Programm mixt Leseempfehlungen von Facebook- und Twitter-Freunden, Artikel aus Blogs und Internetseiten zu einem ganz persönlichen, sehr schick gestaltetem digitalen und Magazin zusammen. Zum Launch im Juli herrschte in Medien und Blogosphäre eine solche Begeisterung, dass die Server von Flipboard zeitweise zusammenbrachen. Natürlich ist dieser Ansatz nicht völlig neu. Twittertim.es oder Meehiv.com bieten schon länger personalisierte Medienangebote aus sozialen Netzwerken und Nutzerinteressen an. Außerdem gibt es auch schon Apps, die RSS-Feeds zu einer personalisierten Zeitung zusammenfügen. Aber so intuitiv und optisch überaus ansprechend gestaltet wie Flipboard ist das den anderen Diensten nicht gelungen. Der Spiegel dazu:
Flipboard ist der erste Blick in eine multimediale Zukunft, deren Grundlage Twitter, Facebook und Co. geschaffen haben – das Weitererzähl-Web, dess endgültige Form zumindest bisher im Dunkeln lag.
Finanzieren soll sich das Angebot durch Werbung, die zwischen den automatisch gelayouteten Seiten erscheinen soll. Da die Inhalte nicht über RSS-Feeds bezogen werden, sondern von den Originalwebseiten gerendert werden, müssen sich die Macher des Social-Network-Magazins erstmal mit rechtlichen Problemen um Urheber- und Nutzungsrechte herumschlagen.
Der Zeitschriftenmarkt der Zukunft liegt laut Marketinguru Seth Godin überwiegend in der Hand der Mikro-Magazine. Aber was sind Mikro-Magazine eigentlich? Hier die wichtigsten Kennzeichen
die Zeitschrift wird digital verbreitet
hat Abonnenten (per EMail, RSS o.ä.)
hat eine sehr spezifische Leserschaft
finanziert sich durch zielgruppenorientierte Werbung
bietet seinen Lesern die Möglichkeit, sich über Blogs oder Foren auszutauschen
die Texte sind länger als 140 Zeichen, um auch komplexe Inhalte vermitteln zu können
die Redaktion besteht maximal aus 2 Mitarbeitern, die 100.000 Leser bedienen.´
Setz Godin nennt als Beispiel das EMag Fear.Less, in dem persönliche Mutmach-Geschichten publiziert werden. Er prognostiziert mittelfristig einen Markt für 100.000 profitable Mikro-Magazine (Micro-Mags). Jedes dieser Magazine könne 100.000 Leser erreichen.
Der Verlagsberater Leander Wattig hat Ulrike Langer am Rande des Cologne Web Content Forum ein interessantes Inverview zu den Chancen des digitalen Publizierens gegeben. Der Tenor: der Medienwandel ist zwar schmerzhaft aber die Möglichkeiten sind für Verlage groß.
Zeitschriften von morgen werden in elektronischer Form publiziert. Immer mehr Ausgaben ercheinen ausschließlich digital. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Video und Magazin. Jeder Artikel beginnt mit einem kurzen Videovorspann, ähnlich wie bei einem Computerspiel. Wie ein Living Magazine Cover aussehen kann, zeigt z.B. das Outside Magazines. Es zeigt den Teaser für ein living portrait des Triathleten Chris Lieto – wirklich gut gemacht!